Wie verbindet man den Alltag als Tierärztin mit ambitioniertem Freitauchen? Was zieht einen immer wieder in die Tiefe? Und was muss ein Bikini leisten, wenn es unter Wasser auf Halt und Komfort ankommt? Wir haben mit Freitaucherin Vera Burkard von Voice of the Ocean gesprochen.
Vera ist 35, Tierärztin und Freitauch-Athletin aus der Schweiz. Schon als Kind war sie kaum aus dem Wasser zu bekommen. Heute erkundet sie die Tiefe mit nur einem Atemzug und findet dort Ruhe, Freiheit und immer neue Herausforderungen.
Neben ihrer 80 Prozent Anstellung als Tierärztin trainiert sie gezielt: Krafttraining, Pool-Sessions und im Sommer regelmäßige Tieftauchgänge. Auf ihrem Instagram-Kanal Voice of the Ocean teilt sie ihre Begeisterung für die Unterwasserwelt und ihre Unterwasserfotografie.
Im INASKA Newsletter gab es schon einen ersten Einblick. Jetzt tauchen wir tiefer ein: in ihren Alltag zwischen Verantwortung und Abenteuer, in die mentale Stärke hinter dem Freitauchen und in die Frage, was sie unter Wasser braucht, um sich frei und wohl zu fühlen.
„Ich wünschte mir, ich könnte für immer dort unten bleiben.“

Vera, als Kind warst du kaum aus dem Wasser zu bekommen. Was zieht dich bis heute so stark dorthin?
Ich erinnere mich noch gut an unsere Familienferien auf Korsika. Ich habe es schon immer geliebt zu schnorcheln, im Meer und in den kristallklaren Bergflüssen. Einmal tauchte ich in einem dieser Flüsse auf den Grund und hielt mich an einem Stein fest. Zum ersten Mal erlebte ich ein Gefühl absoluter Ruhe – innerlich wie äusserlich – und völliger Schwerelosigkeit. Ich wünschte mir, ich könnte für immer dort unten bleiben.
Bis heute ist es genau dieses Gefühl das mich ans und vor allem ins Wasser zieht.
Du arbeitest zu 80 Prozent als Tierärztin und trainierst intensiv. Wie verbindest du diese beiden Welten?
Früher hätte ich nie gedacht, dass das möglich ist. Fast jeden Tag vor oder nach der Arbeit Sport zu machen, erschien mir schlicht unmöglich. Als mein Ehrgeiz geweckt wurde, merkte ich aber, wie sehr mir der Sport hilft, den Kopf freizubekommen. Heute geniesse ich es, nach der Arbeit im Gym, im Pool oder im See abzuschalten.
Mein Mann und meine Freunde sind dabei eine grosse Unterstützung. Gemeinsam zu trainieren, macht einfach viel mehr Spass. Und ich habe gelernt, dass nicht jede Trainingseinheit eine Topleistung sein muss. Wenn der Arbeitstag anstrengend war, darf auch das Training einmal weniger gut laufen. Ich gebe mein Bestes und je nachdem, was an diesem Tag möglich ist.
Was gibt dir das Freitauchen, was dir dein Beruf nicht geben kann?
Als Tierärztin trage ich viel Verantwortung und muss oft schnell entscheiden. Beim Freitauchen kann ich diese Verantwortung für einen Moment hinter mir lassen. Es gibt nichts, was ich erledigen oder lösen muss.
„Ich darf einfach sein, die Ruhe geniessen und mich ganz auf mich selbst konzentrieren.“

Was geht in dir vor, wenn du abtauchst und nur noch dich selbst wahrnimmst?
Vor dem Abtauchen versuche ich, den Alltag an der Oberfläche zu lassen. Ich denke bewusst an schöne Momente, damit ich mit einem Lächeln abtauche. Zuerst konzentriere ich mich auf die Technik. Sobald ich im Freefall bin, also ohne aktiven Flossenschlag absinke, versuche ich zu träumen: die Gedanken kommen und gehen lassen, den Körper vollständig entspannen und die Schwerelosigkeit in jeder Faser spüren.
Natürlich gelingt das nicht jeden Tag gleich gut. Manchmal schleichen sich Alltagsgedanken oder der Muskelkater vom Vortag ein. Merke ich schon vorher, dass meine Gedanken zu unruhig sind, passe ich Zieltiefe und Erwartungen an.
Ende 2024 hast du entschieden, leistungsorientierter zu trainieren. Was hat diesen Ehrgeiz geweckt?
Bis dahin war Freitauchen immer ein Hobby neben Studium und Arbeit. Im Sommer 2024 nahm ich zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder an zwei Tieftauchwettkämpfen teil. Alle vier meiner Tauchgänge waren Schweizer Nationalrekorde im Süsswasser. Da wollte ich wissen, was mit gezieltem Training möglich ist.
Ich merkte auch, wie viel Spass mir das Wettkampfformat macht. Das Hochgefühl nach einem erfolgreichen Wettkampftauchgang kann tatsächlich süchtig machen. Und eine neue Freundin, die das Freitauchen gerade entdeckt hatte und begeistert an Wettkämpfen teilnahm, hat mich angesteckt.
Freitauchen heisst Grenzen ausloten und zugleich loslassen. Wie findest du die Balance?
Ich mag es, meine Grenzen auszuloten, aber ich habe nicht das Bedürfnis, mich um jeden Preis zu pushen. Fühlt sich ein Tauchgang zu anstrengend an, arbeite ich lieber an den Grundlagen – bis sich dieselbe Tiefe wieder leicht anfühlt. Erst dann gehe ich den nächsten Schritt.
Für mich ist es wichtiger, mit einem guten Gefühl und einem Lächeln aufzutauchen, als mich bis ans absolute Limit zu bringen. Ehrgeiz bedeutet für mich nicht, meine Grenzen zu ignorieren, sondern sie kennenzulernen und zu respektieren.
„Freitauchen ist viel mehr, als möglichst tief, lange oder weit zu tauchen. Es geht um das Zusammenspiel von mentaler Ruhe, Körpergefühl und Technik.“
Viele stellen sich Freitauchen als möglichst langes Luftanhalten vor. Was verstehen Aussenstehende häufig falsch?
Viele verbinden Freitauchen mit Extremen und glauben, der Adrenalinkick mache den Reiz aus. Tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall. Für viele von uns steht im Vordergrund, zur Ruhe zu kommen und das Nervensystem zu beruhigen.
Wir müssen lernen, in einer Situation, in der der Körper eigentlich in den Fluchtmodus wechseln möchte, ruhig zu bleiben und den Puls tief zu halten. Ein Adrenalinkick würde uns eher behindern. Unterschätzt wird auch die Technik: präziser Druckausgleich, hydrodynamische Körperposition, saubere Schwimmtechnik. Je besser die Technik, desto weniger Energie brauchen wir.
Welche Rolle spielt deine Ausrüstung – und woran merkst du, dass du dich auf sie verlassen kannst?
Meine Ausrüstung muss vor allem bequem sein und darf mich nicht ablenken. Ich möchte mir keine Gedanken machen, ob etwas drückt, verrutscht oder nicht richtig sitzt. Ein Bikini, der unter dem Neoprenanzug drückt, ist nicht ideal. Tauche ich ohne Neopren, muss er auch bei schnellen Bewegungen und kräftigem Flossenschlag an Ort und Stelle bleiben.
„Wenn die Ausrüstung richtig sitzt, kann ich mich voll und ganz auf meinen Tauchgang konzentrieren.“

Wie erlebst du Halt und Komfort deiner INASKA-Produkte beim Abtauchen, während des Tauchgangs und beim Auftauchen?
Im See und im Meer tauche ich normalerweise mit Neoprenanzug. Dort schätze ich besonders, dass ich die INASKA-Produkte darunter kaum spüre. Es gibt keine Knoten oder Verschlüsse, die drücken, wie bei manchen Bikinis mit Bindebändern.
Im Pool und im tiefen Thermalpool Y-40 tauche ich dagegen oft nur im Badeanzug oder Bikini. Gerade bei schnellen Bewegungen mit langen Flossen oder der Monoflosse muss alles sicher sitzen. Bei INASKA muss ich mir darüber keine Gedanken machen.
Und natürlich spielt die Optik eine Rolle: Auf Fotos und Videos sehen die Badeanzüge sportlich und gleichzeitig richtig schön aus.
Unterscheiden sich deine Anforderungen je nach Training – und welche Teile trägst du am liebsten?
Bevor ich ein Produkt bei einem anspruchsvollen Tauchgang trage, teste ich es im Training. Es muss bequem sein und darf weder drücken noch verrutschen.
- Unter dem Neoprenanzug: das Pure Oberteil mit der PURE; FLOW oder FEELHose. Sie sitzen so angenehm, dass ich sie beim Tauchen kaum spüre.
- Im Pool: die Badeanzüge PURE und CHILL, die auch bei dynamischen Bewegungen sitzen und nebenbei auf Fotos und Videos toll aussehen. Für Videoaufnahmen mag ich CHILL Oberteil, weil es guten Halt bietet und sportlich minimal aussieht.
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Im Gym: Leggings und Radler, dazu das PURE Oberteil, das auch bei intensiven Einheiten bequem ist und zuverlässig hält.
Was möchtest du mit deinen Unterwasserbildern zeigen und sich mit Worten kaum beschreiben lässt?
Es ist ein unglaubliches Gefühl, einem Wal oder Hai zu begegnen oder einen Manta mühelos durchs Wasser gleiten zu sehen. Gleichzeitig fasziniert mich das Kleine: die Vielfalt an Nacktschnecken, ihre Farben und Muster, winzige Lebewesen, die man leicht übersieht.
Viele Menschen wissen gar nicht, was sich unter der Oberfläche verbirgt. Ich möchte ihnen einen Einblick in diese andere Welt geben und sie neugierig machen.
„Was man kennt und schätzen lernt, möchte man auch schützen.“

Hat das Freitauchen deinen Blick auf die Natur verändert?
Ich war schon immer naturverbunden, aber als Freitaucherin erlebe ich die Unterwasserwelt anders. Ohne laute Atemgeräusche und grosse Luftblasen werden Tiere oft neugierig und kommen von sich aus näher. Unvergessen ist für mich eine Gruppe Seelöwen in Australien – neugierig, verspielt und unglaublich interaktiv.
Ich habe aber auch gesehen, wie stark manche Lebensräume unter Abfall und zerstörten Korallen leiden. Je mehr ich von dieser Welt sehe, desto mehr möchte ich dazu beitragen, dass sie für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Was nimmst du aus der Tiefe mit in deinen Alltag als Tierärztin?
Ich versuche, die Ruhe mitzunehmen. In meinem Beruf gibt es viele anspruchsvolle Situationen, in denen ein klarer Kopf wichtig ist. Ich habe gelernt, zwischen Konsultationen bewusst kurz innezuhalten, durchzuatmen und mich zu dehnen. Das Freitauchen erinnert mich daran, nicht ständig unter Strom zu stehen.
Freitauchen ist Freiheit, Abenteuer und innere Ruhe zugleich – was bedeutet dir dieser Satz?
Freiheit heisst, schwerelos durchs Wasser zu gleiten und alles an der Oberfläche hinter mir zu lassen. Abenteuer heisst, neue Orte zu entdecken und faszinierenden Tieren zu begegnen. Und innere Ruhe heisst, ganz im Augenblick zu sein und die Gedanken ziehen zu lassen.
Es fordert mich heraus, schenkt mir unvergessliche Erlebnisse und gibt mir gleichzeitig die Ruhe, die ich auch in meinem Alltag brauche.
Danke, Vera!
Mehr von ihr gibt es auf Instagram bei Voice of the Ocean. Und schaut gerne in unseren zweiten Beitrag.: wir haben eure häufigsten Fragen zum Freitauchen gesammelt und von Vera beantworten lassen.
Alle Bilder von Gregor Forster @gregor.forster













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